
Der Hersteller der PlayStation und gleichzeitig Herausgeber vieler Spiele sorgt bei allen Fans in den letzten Monaten immer wieder für Ärger. Neben Updates, die schiefgehen, und Preiserhöhungen sorgen vor allem offizielle Ankündigungen und Statements für Frust bei den Spielern. Derzeit steht Sony in den USA vor Gericht und die Argumente der Firmenanwälte haben jetzt erneut für Empörung gesorgt. Warum sich die Fans derzeit über Sony aufregen, kannst du nachfolgend herausfinden.
In den USA ist der Streit um Besitzrechte jetzt eskaliert und der Spielehersteller Sony wurde von Spielern verklagt. Viele sehen in dem Prozess, der aus einer Sammelklage hervorgeht, was Sony von seinen Kunden und deren Rechten hält. In den Foren ist dieser Tage oft zu lesen, dass es sich nur um Abzocke handelt. Die Firmenanwälte machen mit ihrer Strategie dabei keine gute Figur und sorgen eher für noch mehr Ärger.
Grund für die Klage war das kalifornische Verbraucherschutzgesetz. Denn nach dem Gesetz aus dem letzten Jahr muss ein Online Shop deutlich und in einfacher Sprache darauf hinweisen, wenn beispielsweise nur eine vorübergehende Lizenz erworben wird. Im PlayStation Store wird jedoch nicht eindeutig darauf hingewiesen. Durch die Bezeichnung „Buy Now“ gehen Spieler wie früher davon aus, dass sie das Spiel kaufen und es dauerhaft nutzen können.

In den USA verklagen Spieler Sony wegen Linzenzrechten (Foto: Shutterstock/ darksoul72)
Besonders problematisch ist das, wenn man bedenkt, dass die digitale Version genau denselben Preis wie eine Disc im Einzelhandel hat. Die physische Version besitzt der Spieler dann jedoch und kann das Spiel jederzeit nutzen, ohne dass ihm die Lizenz entzogen werden kann. Spätestens ab 2028 soll es aber keine Disc mehr für die PlayStation geben und die neuen Konsolen sollen auch kein Laufwerk mehr haben. Das bedeutet aber auch, dass die Spiele auf neuen Geräten nicht mehr genutzt werden können.
Für Nutzer der PlayStation 3 kam bereits die Ankündigung, dass der digitale Store nicht mehr unterstützt wird. Die gekauften Spiele können zwar noch abgerufen werden, aber mittlerweile vermuten viele, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis diese ebenfalls gelöscht werden. Auf diesem Weg soll offenbar versucht werden, die Kunden gezielt dazu zu bringen, sich eine neue Konsole und auch neue Spiele zu kaufen.
Vor Gericht haben die Anwälte nun argumentiert, dass Käufer zum einen beim Kauf einem Lizenzvertrag zustimmen, und zum anderen jeder „vernünftige Käufer“ wissen sollte, dass er das Spiel mit dem Kauf nicht besitzt. Die Argumentation der Anwälte wird von vielen Spielern als pure Arroganz aufgefasst, da sie auch argumentieren, dass sie jedes Spiel ja sonst nur einmal verkaufen könnten. Es könnte das Fass nun zum Überlaufen bringen, da sich die Kunden schon seit einer Weile nicht mehr wertgeschätzt fühlen.
Jedem Spieler ist wohl bewusst, dass er das Spiel nicht exklusiv für 80 Euro kauft. Es macht jedoch einen gravierenden Unterschied, ob man eine Kopie des Spiels kauft und jederzeit nutzen kann oder ob der Herausgeber die Lizenz nach eigenem Ermessen zurückziehen kann. Die Logik der Anwälte verschiebt damit die Verantwortung und gibt den Spielern die Schuld daran, dass sie seitenlange Lizenzvereinbarungen offenbar nicht lesen. Allerdings haben diese auch keine andere Möglichkeit, als zuzustimmen, wenn sie die Spiele nutzen möchten.

Das Spiel The Crew sorgte bei vielen Spielern für Aufregung
Mit der Ankündigung, dass es ab 2028 keine Discs mehr geben soll, hat Sony bereits einen großen Schritt in Richtung Monopol gemacht. Denn damit sind alle Zwischenhändler, also der Einzelhandel, kurzerhand nicht mehr notwendig. Der Kauf erfolgt nur noch über den hauseigenen Shop. Das Spiel Grand Theft Auto 6 (GTA 6) wird erstmals nur als Download zur Verfügung stehen. Derzeit können Spieler noch im Einzelhandel den Download-Code kaufen, allerdings gibt es keine Disc mehr. Damit wird das Ende der Disc eingeläutet und die Monopolstellung des PlayStation Stores gefestigt. Andere Optionen für Spiele soll es in Zukunft nicht mehr geben.
Ein weiterer Rechtsstreit gegen Sony führt in den USA offenbar zu einem Vergleich. Demnach sollen 7,85 Millionen Dollar an Spieler ausgezahlt werden. Bei der Klage ging es darum, dass bis 2019 in den USA Download-Codes gekauft werden konnten, die für bestimmte Spiele gültig waren. Sony beendete die Option 2019 und akzeptierte nur noch Guthabenkarten. Damit konnten Einzelhändler dem PlayStation Store keine Konkurrenz mehr mit eigenen Preisen machen. Durch den Vergleich werden nur Spieler entschädigt, die in den USA ein Spielerkonto haben und bestimmte Spiele gekauft haben. Es wird also nur eine geringe Auszahlung geben, die sich nicht wirklich lohnt. Aber das Signal, dass Sony gleich mehrfach vor Gericht steht, ist eindeutig. Und es wird in Expertenkreisen bereits vermutet, dass sich weltweit gerade Kartellklagen anbahnen, die gegen die aktuelle Praxis vorgehen werden.

Auch das es bald keine Discs mehr gibt sorgt für Unruhe (Foto: Shutterstock/ Joeri Mostmans)
Besonders der Gebrauchtmarkt ist Sony ein Dorn im Auge. Die physischen Spiele konnten bisher getauscht oder nach dem Spielen weiterverkauft werden. Der Handel mit gebrauchten Spielen war zuletzt die wichtigste Preisbremse im Spielemarkt. Wenn dieser nun wegfällt, weil ein digitales Spiel nicht weiterverkauft werden kann, dann kann Sony die Preise selbst bestimmen. Spieler haben dann nur noch die Möglichkeit, die Preise zu akzeptieren oder auf eine andere Konsole zu wechseln. Noch ist nicht sicher, ob die Richter im aktuellen Fall der Argumentation der Anwälte folgen oder doch die Rechte der Spieler stärker gewichten werden. Am Ende bleibt den Spielern nur, die Entwicklung zu akzeptieren oder Sony zu boykottieren und stattdessen zu einem anderen Konsolenhersteller zu wechseln, der kundenfreundlicher agiert und seine Nutzer stärker wertschätzt.
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